Pavlov’s Dog ist eine amerikanische Progressive-Rock-Band, die 1972 in St. Louis, Missouri, gegründet wurde. Ihr unverwechselbarer Stil wird vor allem durch die außergewöhnlich hohe und sofort erkennbare Stimme des Sängers David Surkamp geprägt. Charakteristisch für den Klang der Gruppe ist außerdem die gelungene Verbindung klassischer Rockinstrumente wie E-Gitarre, Bass, Schlagzeug, Keyboards und Gesang mit orchestralen Elementen. Flöte, Violine, weitere Streicher sowie das Mellotron sorgen für melodische Tiefe und verleihen der Musik ihren unverwechselbaren, atmosphärischen Charakter.
Die Pavlov’s Dog Story (1972–1977)
Recherchiert und dokumentiert von Roger Browning und Billy James (Ant-Bee), basierend auf Interviews mit David Surkamp und Weggefährten.
1. Die Band und ihre Anfänge (1972–1974)
Pavlov’s Dog formierte sich Anfang der 1970er Jahre in St. Louis, Missouri. Aus der ursprünglichen Besetzung um David Surkamp (Leadgesang, Akustikgitarre), Rick Stockton (Bass) und Mike Safron (Schlagzeug) entwickelte sich rasch ein Septett mit ungewöhnlicher Instrumentierung:
David Hamilton – Keyboards, Piano
Doug Rayburn – Mellotron, Flöte, Perkussion
Steve Scorfina – Leadgitarre (zuvor bei REO Speedwagon)
Siegfried Carver (bürgerlich Richard Nadler) – Violine, Vitar
Der charakteristische Sound der Band entstand aus dem Zusammenspiel von melodischem Progressive Rock, mächtigen Mellotron-Klangflächen, ineinandergreifenden Gitarren- und Violinenlinien und vor allem David Surkamps außergewöhnlich hoher, von starkem Vibrato geprägter Stimme.
2. Der Rekordvertrag und das Debüt „Pampered Menial“ (1975)
Ein 1973/74 produziertes Demoband löste in der US-amerikanischen Musikbranche ein regelrechtes Bietergefecht aus. ABC Dunhill Records sicherte sich die Band für eine damals außergewöhnlich hohe Vorschusssumme von rund 650.000 US-Dollar. Für die Produktion wurden Sandy Pearlman und Murray Krugman, bekannt durch ihre Arbeit mit Blue Öyster Cult, engagiert. Die Aufnahmen entstanden in den CBS Studios und im Record Plant in New York.
Tracklist – Pampered Menial:
Julia – 2:58
Late November – 3:12
Song Dance – 4:59
Fast Gun – 3:04
Natchez Trace – 3:42
Theme from Subway Sue – 4:25
Episode – 4:04
Preludin – 1:39
Of Once and Future Kings – 5:27
Besonderheiten & Anekdoten:
Artwork: Das Albumcover basiert auf dem Gemälde „Low Life“, das der britische Maler Sir Edwin Landseer im Jahr 1829 schuf.
Helium-Gerücht: In den USA hielt sich hartnäckig das Gerücht, Surkamp habe vor den Gesangsaufnahmen Helium inhaliert oder die Tonbänder seien künstlich beschleunigt worden. Surkamp dementierte dies stets; seine außergewöhnliche Stimme ist natürlichen Ursprungs.
Siegfrieds „Vitar“: Carver spielte neben der Violine ein ungewöhnliches, modifiziertes elektrisches Saiteninstrument namens Vitar. Sein markanter Klang ist unter anderem in Solopassagen von „Song Dance“ zu hören.
ABC/Columbia-Doppelveröffentlichung: Kurz nach der Veröffentlichung kaufte Columbia Records (CBS) die Band gegen eine hohe Ablösesumme aus ihrem Vertrag mit ABC heraus. Da ABC bereits zahlreiche LPs ausgeliefert hatte, war dasselbe Album in den USA zeitweise gleichzeitig auf zwei verschiedenen Labels erhältlich, was seine Chartentwicklung erschwerte.
3. Das Nachfolgealbum „At the Sound of the Bell“ (1976)
Vor den Aufnahmen im New Yorker Record Plant verließ Siegfried Carver die Gruppe. Nach internen Differenzen schied auch Schlagzeuger Mike Safron aus. Pearlman und Krugman entwickelten das musikalische Konzept daraufhin stärker in Richtung eines symphonisch geprägten Art Rock und holten mehrere renommierte Gast- und Studiomusiker hinzu.
Tracklist – At the Sound of the Bell:
She Came Shining – 4:24
Standing Here with You – 3:47
Mersey – 3:03
Valkerie – 5:22
Try to Hang On – 2:08
Gold Nuggets – 3:25
She Breaks Like a Morning Sky – 2:22
Early Morning On – 3:21
Did You See Him Cry – 5:36
Besonderheiten & Anekdoten:
Bill Bruford: Da der Band kein fester Schlagzeuger mehr zur Verfügung stand, übernahm der ehemalige Yes- und King-Crimson-Schlagzeuger Bill Bruford die Drumparts des Albums. Sein präzises und dynamisches Spiel ist ein wesentlicher Bestandteil des besonderen Klangbildes der Aufnahme.
Gastmusiker: Zu den weiteren Mitwirkenden gehörten unter anderem der Saxophonist Andy Mackay von Roxy Music, der Jazz-Saxophonist Michael Brecker und der Gitarrist Elliot Randall.
Mellotron-Orchestrierung: Doug Rayburn und David Hamilton setzten das Mellotron intensiv ein und verliehen dem Album damit einen noch stärker orchestralen und melancholischen Charakter als dem Debüt.
4. Das abgelehnte dritte Album und die Auflösung (1977)
1977 ging die Band mit Keyboarder Tom Nickeson und Schlagzeuger Kirk Sarkisian ins Studio, um ihr drittes Studioalbum einzuspielen. Columbia Records lehnte die fertigen Aufnahmen jedoch ab und beendete den Vertrag. Unter dem Eindruck interner Spannungen und kommerziellen Drucks löste sich Pavlov’s Dog 1977 auf.
Das unveröffentlichte Material kursierte anschließend viele Jahre in Form von Bootlegs unter Titeln wie „The St. Louis Hound“ oder „Third“, bevor es 2007 schließlich offiziell als „Has Anyone Here Seen Sigfried?“ veröffentlicht wurde.
5. Nachfolgeprojekte und Wiedervereinigung (ab 1980)
Hi-Fi (1980–1982): David Surkamp gründete gemeinsam mit dem ehemaligen Fairport-Convention-Sänger Iain Matthews die Power-Pop-Band Hi-Fi.
Reunion (1990): Surkamp und Doug Rayburn reaktivierten Pavlov’s Dog und veröffentlichten das Studioalbum „Lost in America“.
Spätere Jahre: Trotz des Todes mehrerer früherer Mitglieder, darunter Siegfried Carver im Jahr 2009 und Doug Rayburn, bewahrte sich Pavlov’s Dog insbesondere in Kontinentaleuropa eine treue Fangemeinde. Die Band kehrte regelmäßig auf die Bühne zurück und veröffentlichte weitere Studioalben wie „Echo & Boo“ (2010), „Prodigal Dreamer“ (2018) und „Wonderlust“ (2025).
Edwin Landseer – Low Life
Die Redewendung „ein Hundeleben führen“ beschreibt ein entbehrungsreiches, mühsames oder erbärmliches Leben. Heute wird sie häufig im übertragenen Sinn verwendet, um ein besonders anstrengendes oder von harter Arbeit geprägtes Dasein zu beschreiben. Im frühen 19. Jahrhundert traf eine solche Bezeichnung auf viele Hunde allerdings durchaus auch im wörtlichen Sinn zu.
Ein eindrucksvolles Beispiel dafür ist das Gemälde „Low Life“, das Sir Edwin Henry Landseer (1802–1873) im Jahr 1829 schuf. Es bildet das Gegenstück zu seinem Werk „High Life“. Beide Bilder stellen mithilfe zweier Hunde gegensätzliche gesellschaftliche Lebenswelten ihrer Zeit dar.
Das mit 45,7 × 35,2 cm vergleichsweise kleine Gemälde zeigt den Eingang eines steinernen Gebäudes. Auf einer verwitterten Steinstufe sitzt ein weiß-brauner Terrier, dessen Körper deutliche Spuren eines harten Lebens erkennen lässt. Der Hund bewacht aufmerksam die Habseligkeiten seines Besitzers.
Landseer war für seine naturgetreue und detailreiche Malweise bekannt. Zahlreiche Gegenstände im Bild geben Hinweise auf die soziale Stellung des Besitzers. Dazu gehören ein Bierkrug, eine Tonpfeife sowie eine an einem Haken hängende Peitsche und ein Schlüssel. Diese Gegenstände verweisen auf eher einfache Lebensverhältnisse.
Weitere Bilddetails lassen Rückschlüsse auf das Umfeld und möglicherweise auch den Beruf des Besitzers zu. Hinter dem Terrier befindet sich ein stark abgenutzter hölzerner Metzgerblock. Darauf liegen ein Messer und ein schwarzer Zylinder, während im Hintergrund eine Flasche zu sehen ist. Rechts daneben stehen stark abgetragene Stiefel auf dem Boden.
Der Terrier steht sinnbildlich für seinen Besitzer und verkörpert die harte, von Arbeit geprägte Lebenswelt der einfachen englischen Bevölkerung. Damit bildet er einen bewussten Gegensatz zum vornehmen Hirschhund im Gemälde „High Life“, der Wohlstand und die kultivierte Lebensweise der gesellschaftlichen Oberschicht repräsentiert.
Von 2001 bis 2013 betrieb ich die offizielle Fan-Website von Pavlov’s Dog mit einer Diskografie, Jukebox, Videos, Webradio und vielem mehr. Die Website hatte täglich rund 50 Besucher und trug dazu bei, nach einer langen Zeit der Inaktivität das Interesse an der Band neu zu beleben. In der Folge kehrte Pavlov’s Dog auf die Bühne zurück und veröffentlichte neue Alben.
Leadsänger David Surkamp besitzt eine außergewöhnlich hohe und unverwechselbare Stimme, die zunächst beinahe feminin klingen kann. Die Musik von Pavlov’s Dog ist zutiefst emotional und melancholisch und besitzt eine einzigartige Qualität, die dem Hörer sehr lange im Gedächtnis bleiben kann.
Irgendwann musste ich die Website aufgeben, weil ich bereits im Ruhestand war und finanziell nicht viel Spielraum hatte. Der Betrieb kostete mich monatlich rund 100 Euro für Server, Streaming und GEMA-Gebühren.
Die GEMA ist die deutsche Verwertungsgesellschaft, die Lizenzgebühren für die öffentliche Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik erhebt und die Einnahmen an Textdichter, Komponisten und Musikverlage ausschüttet.
Am Ende wurden die Kosten für mich einfach zu hoch. Es war eine schwierige Entscheidung, und schweren Herzens musste ich die Website schließen und löschen.
Nach all diesen Jahren habe ich jedoch im Jahr 2025 wieder damit begonnen, eine kleinere Website über Pavlov’s Dog aufzubauen. Diese neue Seite ist einfach eine persönliche Hommage an Pavlov’s Dog und an die Musik, die mir seit so vielen Jahren so viel bedeutet.
Pavlov’s Dog hat nun wieder ein kleines Zuhause im Internet.